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Zusammen, was zusammengehört

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Bei unerfülltem Kinderwunsch steht häufig die Frau im Mittelpunkt der Diagnostik und der Therapie, wobei natürlich auch der Partner eine entscheidende Rolle spielt. Am UKB beraten und behandeln deshalb die Leiterin der Reproduktionsmedizin Prof. Nicole Sänger und der Leiter der Andrologie Prof. Jean-Pierre Allam die Paare gemeinsam.  

UKB Mittendrin: Die Reproduktionsmedizin und die Andrologie am UKB haben sich 2021 zusammengetan. Warum war dieser Zusammenschluss nötig?

Prof. Allam: Unsere Fachbereiche existieren seit Jahren parallel nebeneinander. In der Reproduktionsmedizin sollte man aber nicht nur die Frau berücksichtigen. Der Mann spielt hier eine genauso wichtige Rolle. Die Reproduktionsmedizin profitiert davon, wenn beide Ansprechpartner – für den Mann wie für die Frau – unter einem Dach sind. Wir besprechen unsere Fälle ebenfalls mit externen Kollegen. Der interdisziplinäre Austausch ist entscheidend. Die optimale Patientenversorgung ist nur dann gewährleistet, wenn man sich zusammenschließt.

Prof. Sänger: 2023 ziehen wir gemeinsam in den bereits entstehenden Neubau des  „Venuskind am UKB“ – ein neues Zentrum für Reproduktionsmedizin. Darin werden wir neben der Patientenbetreuung auch die Forschungslabore zusammenführen, was ein absolutes Alleinstellungsmerkmal darstellt.

UKB Mittendrin: Es geht aber um mehr als um die Reproduktionsmedizin bei diesem Zusammenschluss. Was haben Sie noch im Angebot?

Prof. Allam: Einer meiner Schwerpunkte sind die Wechseljahre des Mannes. Ich möchte generell das Thema Männergesundheit salonfähig machen. Während eine Frau jährlich zum Gynäkologen geht, besucht ein Mann den Andrologen, wenn die Erkrankung schon meistens weit fortgeschritten ist. Es wird immer noch als Schwäche angesehen, über sein Übergewicht, das Libido oder die Erektion zu sprechen. 

Prof. Sänger: Ich beschäftige mich nicht nur mit dem Kinderwunsch der Paare. Zu meinem Diagnostik- sowie Behandlungsspektrum gehören u. a. die Endometriose, die Wechseljahre der Frau, die Kontrazeption, die Kinder- und Jugendgynäkologie sowie der Fertilitätserhalt, vor allem bei Kindern, die durch eine Chemotherapie oder Bestrahlung das Risiko haben, unfruchtbar zu werden. Es ist einer unserer Schwerpunkte in Forschung und Klinik. Wir haben auch eine der bundesweit größten Kryobanken am UKB und erforschen u. a. im Rahmen der Forschungsallianz mit der Uniklinik Frankfurt das ovarielle Altern.

UKB Mittendrin: Das Thema Kinderwunsch liegt u. a. dank Corona im Trend. In der Reproduktionsmedizin am UKB liegt die jährliche Steigerung von Nachfragen seit Beginn der Pandemie bei etwa bei 20 Prozent. Dennoch ist dieser Fachbereich im Medizinstudium unterrepräsentiert. Woran liegt das?

Prof. Sänger: In der Tat wird der Nachwuchsmangel in unseren beiden Fachbereichen immer präsenter. Die Zahlen der jungen Ärztinnen und Ärzte, die eine endokrinologische Ausbildung erhalten können sind leider rückgängig. Auch merken wir es auf den Kongressen: Es wird immer schwieriger, geeignete Referenten zu finden. Deutschlandweit gibt es nur vier Standorte mit einer entsprechenden Professur – einer davon ist das UKB. Daher sehe ich es auch als eine meiner Hauptaufgaben, die Ausbildung des Nachwuchses voranzutreiben. Aktuell befinden sind am UKB fünf Kolleg*innen in Weiterbildung. Ich möchte, dass wir auch viele Jahre später gute Experten in der Endokrinologie und Reproduktionsmedizin als wichtiges Behandlungsfeld der Patientinnen haben.

Prof. Allam: Die Andrologie ist ein eher nicht berücksichtigter Zweig. Die Ausbildung kann momentan nicht dem gerecht werden, was die Klinik hergibt. Dabei haben wir am UKB oftmals sehr ausgefallene Fälle, was sehr anspruchsvoll und spannend ist. Um diese optimal zu versorgen, sind wir auf das interdisziplinäre Wissen angewiesen.

Prof. Sänger: Sowohl in der Ausbildung als auch in der klinischen Praxis geht es um eine komplexe, qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten. Ziel ist es, eines der größten universitären Zentren für Reproduktionsmedizin zu werden.

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