Anna Skutnik über ihre Karriere in der Elektrotechnik am UKB
Anna Skutnik ist 39 Jahre alt und seit Ende 2017 am UKB im Geschäftsbereich 6 Facility Management tätig. Nach einer Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik und einem berufsbegleitenden Studium hat sie ihre Karriere in der Elektrotechnik fortgesetzt. Heute leitet sie Projekte im Bereich Elektrotechnik, von der Ladeinfrastruktur für Elektroautos bis hin zur Wartung von elektrischen Anlagen (Mittelspannungsanlagen, Blitzschutzanlagen, BSV, USV etc.). In diesem Interview spricht sie über ihre berufliche Entwicklung, die Herausforderungen als Frau in einem männerdominierten Beruf und ihre Erfahrungen am UKB.
UKBmittendrin: Sie sind seit 2017 am UKB tätig und haben einen spannenden Werdegang hinter sich. Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen?
Anna Skutnik: Nach meiner Ausbildung habe ich im Bereich der erneuerbaren Energien gearbeitet und bin seit Ende 2017 am UKB, zunächst angestellt im Bereich Energiemanagement. Vor einem Jahr bin ich dann in die Elektrotechnik gewechselt. Ich finde es sehr spannend, in verschiedenen Bereichen Erfahrungen zu sammeln und Neues zu lernen. Besonders beeindruckend finde ich die Vielfalt der Technik am UKB – wir betreuen unter anderem unser Blockheizkraftwerk, wir erzeugen Kälte, VE-Wasser, Wärme und speisen dieses in unser eigenes Versorgungsnetz. Aber auch im Bereich Elektrotechnik bietet das UKB ein vielfältiges Angebot wie Mittel- und Niederspannungsanlagen, Netzersatzanlagen, welche über einen Generator oder Batteriesysteme gespeist werden. Wir betreiben Photovoltaiksysteme und diverse Gebäudesteuerungen. Es gibt vieles, womit man sich thematisch auseinandersetzen kann und muss.
UKBmittendrin: Was genau umfasst Ihre Tätigkeit als Projektleiterin für Elektrotechnik?
Anna Skutnik: Mein erstes Projekt in der Elektrotechnik war der Aufbau einer Ladeinfrastruktur am UKB. Es wurden zum Beispiel in den Parkhäusern Mitte und Nord sowie der Parkfläche Süd mehrere Ladepunkte installiert, die von den Nutzern schnell angenommen wurden.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Wartung aller elektrischen Anlagen, die wir selbst betreiben. Eine besondere Herausforderung ist für mich die Wartung unserer Mittelspannungsanlagen. In der Abteilung Energiemanagement durfte ich den Einsatz und die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen am UKB untersuchen. Da ich in diesem Bereich aufgrund meiner vorherigen Arbeitsstelle viel Erfahrung sammeln konnte, hat mir diese Arbeit auch viel Spaß gemacht.
UKBmittendrin: Was macht das Arbeiten am UKB für Sie besonders?
Anna Skutnik: Der Klinikalltag ist sehr spannend, weil wir so viele technische Anlagen betreuen, die in einem normalen Büroalltag nicht vorkommen. Es ist wirklich abwechslungsreich und anspruchsvoll. Und was ich auch sehr schätze, ist die Möglichkeit, meinen Arbeitsalltag familienfreundlich zu gestalten – das funktioniert am UKB sehr gut.
UKBmittendrin: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Ihren männlichen Kollegen in einem technischen Bereich, der oft als eher männerdominiert gilt?
Anna Skutnik: Ich fühle mich in meinem Team sehr wohl. Wir sind zwei Mitarbeiterinnen und eine Azubine im Team, aber insgesamt arbeiten bei uns noch viele andere Kollegen. Natürlich gibt es immer mal wieder Sprüche, aber ich nehme das mit Humor. Ein Kollege hat mir mal gesagt, dass ich „heute nicht meine Highheels auf der Baustelle trage“. Dabei trage ich nie Highheels (lacht).
UKBmittendrin: Gab es in Ihrer bisherigen Karriere Momente, in denen Sie sich als Frau in einem technischen Beruf besonders beweisen mussten?
Anna Skutnik: Vor meiner Zeit am UKB war es tatsächlich eine größere Herausforderung, sich als Frau in einem technischen Beruf zu behaupten. Am UKB in der Abteilung Elektrotechnik habe ich allerdings nie das Gefühl gehabt, benachteiligt zu sein. Die Kollegen sind offen und respektvoll.
UKBmittendrin: Sehen Sie einen Trend, dass immer mehr Frauen in sogenannten „männlichen“ Berufen, wie der Elektrotechnik, arbeiten?
Anna Skutnik: Leider noch nicht wirklich. Ich sehe vereinzelt Frauen in der Ausbildung, aber der Trend ist noch nicht stark genug. Das finde ich sehr schade, weil Elektrotechnik ein sehr abwechslungsreicher Bereich ist und nicht nur körperlich anstrengend ist, wie viele vielleicht denken. Es gibt viele verschiedene Tätigkeiten, die Frauen interessieren könnten, und ich kann nur empfehlen, diesen Weg zu gehen.
UKBmittendrin: Was würden Sie jungen Frauen raten, die eine Karriere in einem technisch geprägten Beruf anstreben?
Anna Skutnik: Ich würde ihnen auf jeden Fall raten, den Weg zu gehen, wenn sie Interesse an Technik haben. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, in der Elektrotechnik zu arbeiten, und man kann immer Neues lernen. Es ist eine Herausforderung, aber auch eine sehr erfüllende und abwechslungsreiche Tätigkeit. Man muss sich nicht von Vorurteilen abschrecken lassen – die Zeiten, in denen Frauen in technischen Berufen nicht ernst genommen wurden, sind vorbei. Und letztlich gilt: Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich nicht von äußeren Umständen abhalten lassen.