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Dunkel Hell

Neues fächerübergreifendes Zentrum bietet „lückenlose“ Versorgung von Zahnunfällen

Seit dem 1. Oktober 2021 können akute Zahnunfälle jeden Schweregrades in einem neuen interdisziplinären Zentrum für Frontzahntrauma und Sportzahnmedizin am Universitätsklinikum Bonn (UKB) behandelt werden. Dafür hat das Team der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gemeinsam mit allen beteiligten zahnmedizinischen Polikliniken neue fächerübergreifende Strukturen geschaffen, die sowohl eine Akut- als auch eine Nachversorgung von Zahn- sowie Kiefer- und weiteren Gesichtsverletzungen auf Spitzenniveau ermöglichen.

Das Zentrum für Frontzahntrauma und Sportzahnmedizin steht betroffenen Patienten 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche zur Akutversorgung zur Verfügung und bietet einen zahnärztlichen bzw. kieferchirurgischen Notdienst für Zahnunfälle werktags in der Zahnklinik des UKB in der Welschnonnenstraße und nachts sowie an Wochenenden in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie auf dem Venusberg an.

Ob Fahrrad- oder Schaukelsturz, Sport- oder Schulhofunfälle – in enger Zusammenarbeit mit den Kinderärzt*innen aus dem Eltern-Kind-Zentrum sowie den Behandelnden der Interdisziplinären Notaufnahme (INZ) des UKB können die Zahnmediziner*innen komplexe Verletzungen bei Kindern jeden Alters und Erwachsenen behandeln. 

(v. l.) Prof. Søren Jepsen, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung, Oberarzt Dr. Holger Jungbluth, Leiter des Funktionsbereichs Endodontologie in der Klinik für Zahnerhaltung und Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und Zahnärztliche Traumatologie (DGET), Oberarzt Dr. Tim Klünter aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Prof. Franz-Josef Kramer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie

Die Bandbreite der Verletzungen, die am Zahntraumazentrum behandelt werden, reicht von einer abgeplatzten Schmelzecke der Zahnkrone, einer Verletzung der sehr schmerzempfindlichen Zahnpulpa über einen gelockerten Zahn bis hin zum Totalverlust eines oder mehrerer Zähne. „Die Erstversorgung haben wir so gestaltet, dass möglichst alle Optionen der Nachfolgebehandlungen offenbleiben“, sagt Oberarzt Dr. Tim Klünter aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sei es wichtig, möglichst verschiedene Möglichkeiten der Nachsorge zu erhalten. „Gerade im Kindesalter kann ein Zahnverlust dauerhafte Folgen haben. Der Kiefer kann sich möglicherweise an der Verletzungsstelle nicht richtig weiterentwickeln, mit der Folge, dass z. B. die Symmetrie und das weitere Wachstum gestört sind“, erklärt der Fachzahnarzt.

„In der Tat ist es gerade bei Kindern und Jugendlichen unser oberstes Ziel, traumatisierte bleibende Zähne möglichst dauerhaft zu erhalten. Dies zu ermöglichen ist keineswegs trivial, sondern erfordert profunde Kenntnisse in der Kinderzahnheilkunde, der Endodontologie und Parodontologie“, ergänzt Prof. Søren Jepsen, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung im ZMK-Zentrum des UKB. Oberarzt Dr. Holger Jungbluth, Leiter des Funktionsbereichs Endodontologie in der Klinik für Zahnerhaltung und Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und Zahnärztliche Traumatologie (DGET), führt aus: „Eine frühe und gute Therapie kann häufig den Erhalt auch stark geschädigter Zähne ermöglichen. Zwar ist die Behandlung in manchen Fällen zeitaufwändig und für die jungen Patienten mitunter auch anstrengend, sie lohnt sich jedoch in der Regel auf lange Sicht.“

Moderne Diagnostik und Rundumversorgung

Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aller zahnmedizinischen Fachrichtungen im Zentrum für Frontzahntrauma und Sportzahnmedizin wird eine lückenlose, koordinierte Sofortversorgung auch von komplexen traumatologischen Fällen ermöglicht – immer mit dem Ziel, die verletzten Zähne möglichst zu erhalten und die benachbarten Strukturen bestmöglich wiederherzustellen. „Dazu gewährleistet die direkte Verbindung zur Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eine optimale Therapie auch von weitergehenden Begleitverletzungen, z. B. Wunden der Lippen, der Gesichtshaut oder Frakturen des Gesichtsschädels“, erläutert Prof. Franz-Josef Kramer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am UKB. „Wir setzen modernste digitale und bildgebende Untersuchungsverfahren ein, um die posttraumatischen Funktionen sowohl der betroffenen Zähne als auch des Kauorgans insgesamt zu beurteilen“. Zudem stehen mit den Polikliniken der Prothetik und der Kieferorthopädie im Zentrum ZMK am UKB sehr kompetente Kooperationspartner bereit, um auch in den Fällen eines Zahnverlustes den Behandlungserfolg langfristig sicherzustellen.

Neu ist auch die Einrichtung eines telefonischen Notrufs der Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie speziell für Zahnunfälle: Unter +49 228 287-22555 können sich Eltern, Ersthelfende und natürlich auch die zahnverletzen Patienten selbst situationsspezifisch informieren und Empfehlungen zu den Sofortmaßnahmen am Unfallort und den Versorgungsmöglichkeiten am UKB erhalten.

Adressen

Werktags von 08:00 bis 17:00 Uhr:

Universitätszahnklinik Bonn
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Plastische Gesichtschirurgie
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Welschnonnenstraße 17
53111 Bonn

Abends und am Wochenende:

Universitätsklinikum Bonn
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Plastische Gesichtschirurgie
Venusberg Campus 1
53127 Bonn

Zahnunfall-Notruf: 0228 287-22555

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