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Dunkel Hell

Juliana Efferoth ist neu im Team der Klinikseelsorge am UKB

Seit dem 1. September 2025 verstärkt Juliana Efferoth das Team der Klinikseelsorge am UKB. Im Interview mit UKBmittendrin spricht sie über ihre Motivation, Seelsorgerin zu werden, über ihren Arbeitsalltag im Krankenhaus und darüber, warum Seelsorge gerade an diesem Ort so wichtig ist.

UKBmittendrin: Was hat Sie motiviert, Seelsorgerin zu werden und insbesondere hier am UKB zu arbeiten?

Efferoth: Wir leben in einer Gesellschaft, in der oft weggeschaut wird, gerade dann, wenn Menschen in existenziellen Krisen stecken. Krankheit, Sterben, Tod – das sind Themen, denen man gerne aus dem Weg geht. Mich hat es immer bewegt, genau dort hinzusehen. Was mich besonders dazu bewogen hat, mich auf diese Stelle zu bewerben, ist der Wunsch, Menschen in solchen Situationen beizustehen. Das Krankenhaus ist dafür ein ganz besonderer Ort. Hier geht es oft um Krankheit, Diagnosen, Angst und Abschied. Menschen in dieser Zeit zu begleiten, mit einem Gespräch, einem Gebet oder einem Segen, je nach Bedürfnis meines Gegenübers, empfinde ich als sehr sinnstiftend.

UKBmittendrin: Wie war Ihr beruflicher Weg, bevor Sie an das UKB gekommen sind?

Efferoth:
Ich habe evangelische Theologie studiert und bin zum Ende meines Studiums praktisch direkt hierher gewechselt. Für mich ist das ein sehr schöner Berufseinstieg, den ich als großes Geschenk empfinde. Als ich die Zusage für die Stelle bekommen habe, war ich einfach nur glücklich.

UKBmittendrin: Was unterscheidet die Seelsorge im Krankenhaus von anderen Seelsorgeangeboten?

Efferoth: Klinikseelsorge bedeutet nicht nur die Begleitung von Patientinnen und Patienten, sondern auch von Angehörigen und Mitarbeitenden des UKB. Das Krankenhaus ist ein sehr sensibler Ort, an dem Menschen oft aus einem ganz anderen Bedürfnis heraus ein Gespräch suchen. Häufig sind es Menschen, die sonst wenig oder gar keinen Bezug zu Kirche oder Gemeinde haben. Gerade hier hat Seelsorge die Chance, Menschen zu erreichen, die wir andernorts vielleicht nicht treffen würden.

UKBmittendrin: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag in der Klinikseelsorge aus?

Efferoth: Mein Arbeitsalltag ist nur bedingt planbar. Ich gehe viel über die Stationen, stelle mich im Stationszimmer vor und schaue, wo gerade Bedarf besteht. Oft kommen Pflegekräfte auf mich zu und machen mich auf Patientinnen oder Patienten aufmerksam, für die ein Gespräch hilfreich sein könnte. Zusätzlich gibt es eine Rufbereitschaft, und viele Menschen melden sich auch selbst bei der Seelsorge. Manche begleite ich über einen längeren Zeitraum, insbesondere bei längeren Aufenthalten am UKB, manche sehe ich nur einmal. Darüber hinaus ist die Klinikseelsorge selbstverständlich auch für die Mitarbeitenden des UKB da. Es ist mir ein großes Anliegen, dass auch sie wissen, dass sie sich an die Seelsorge wenden können. Niemand muss die Belastungen des Klinikalltags allein tragen.

UKBmittendrin: Welche Haltung ist Ihnen im Gespräch mit Patientinnen und Patienten besonders wichtig?

Efferoth: Mir ist wichtig, Gespräche wertfrei und ohne missionarische Absicht zu führen. Ich gehe immer davon aus, dass mein Gegenüber die Expertin oder der Experte für die eigene Lebenslage ist. Ich begleite auf diesem Weg, höre zu, stelle Fragen und unterstütze, ohne dabei etwas vorzugeben. Wichtig ist mir auch, dass die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner immer selbst bestimmen können, was sie erzählen möchten und was nicht.

UKBmittendrin: Gab es bereits Begegnungen, die Sie besonders berührt haben?

Efferoth:
Ja, einige. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Begleitung einer Patientin über mehrere Wochen hinweg. Sie hat mich sehr offen an ihrem bisherigen Lebensweg teilhaben lassen und auch schwierige Themen wie Schuld, Scham und Gewissensfragen angesprochen. Mich hat berührt, wie viel Vertrauen mir dabei entgegengebracht wurde.

UKBmittendrin: Sie hören täglich von Leid, Angst und Trauer. Wie gehen Sie selbst damit um?

Efferoth: Am Ende eines Arbeitstages gehe ich in die Klinikkapelle, zünde eine Kerze an und nehme mir einen Moment Zeit. Ich lasse die Gespräche noch einmal Revue passieren und lege sie in meinem Glauben bei Gott ab. Das hilft mir, einen guten Abschluss für den Tag zu finden.

UKBmittendrin: Gibt es Projekte, die Sie künftig umsetzen möchten?

Efferoth: Derzeit plane ich eine Trauergruppe für Eltern beziehungsweise Paare, die eine Fehlgeburt erlebt haben. Dieses Thema wird zwar zunehmend offener angesprochen, dennoch gibt es noch immer zu wenige Angebote. In einem geschützten Rahmen möchte ich Raum für Austausch und gemeinsames Trauern schaffen.

UKBmittendrin: Was möchten Sie Patientinnen, Patienten und Angehörigen über die Klinikseelsorge wissen lassen?

Efferoth: Die Seelsorge ist jederzeit ansprechbar. Alles, was besprochen wird, ist bei uns sicher aufgehoben. Seelsorge ist ein bewertungsfreier Raum, in dem alles Platz haben darf, was Menschen beschäftigt. Gerade in einem großen Haus wie dem UKB können persönliche Gespräche sehr heilsam sein.

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