Plattform macht Qualifikationen und Fortbildungen auf Knopfdruck sichtbar

Wer im Klinikalltag den Überblick über eigene Qualifikationen, Pflichtfortbildungen oder Zusatznachweise behalten will, kennt den Aufwand: Informationen liegen an verschiedenen Stellen, Nachweise wurden mehrfach eingereicht oder sind schwer wiederzufinden. Genau hier setzt ein neues digitales Kompetenzmanagementsystem an, das aktuell am UKB eingeführt wird. Das System wurde im Rahmen einer Innovationspartnerschaft mit einem norwegischen Softwarehersteller und der Universitätsmedizin Göttingen für die Anforderungen deutscher Krankenhäuser weiterentwickelt und am UKB in Pilotbereichen in der Pflegedirektion über die letzten beiden Jahre erprobt. Nun hat der Rollout in weiteren Pflegebereichen und der Administration des UKB begonnen.
Künftig sind Qualifikationen, Fortbildungen, Pflichtnachweise und individuelle Entwicklungspotenziale zentral digital hinterlegt und jederzeit einsehbar – unabhängig von Station oder Einsatzbereich. Das spart Zeit, reduziert Rückfragen und sorgt für mehr Klarheit im Arbeitsalltag.
Auch für Teams und Führungskräfte wird der Überblick einfacher. Vorhandene Kompetenzen, auslaufende Nachweise oder anstehende Fortbildungen lassen sich schneller erkennen. Das unterstützt eine verlässliche Einsatzplanung, erleichtert Einarbeitung und sorgt für Transparenz – ohne zusätzliche Listen oder parallele Dokumentationen.
Entwickelt für den klinischen Alltag
Im Mittelpunkt der Pilotierung stand neben der Integration in die bestehende UKB-Systemlandschaft die Frage, wie Qualifikationsnachweise im Klinikbetrieb sinnvoll, verlässlich und alltagstauglich abgebildet werden. Erfasst werden allgemeine, bereichsspezifische und abteilungsbezogene Qualifikationsanforderungen. So entsteht eine aktuelle Übersicht bis auf Abteilungsebene – eine deutliche Vereinfachung gegenüber bisherigen, oft fragmentierten Lösungen.
Eine klar geregelte Rollen- und Rechtevergabe stellt sicher, dass Qualifikationen bestätigt werden können, ohne unnötige Einblicke in sensible personenbezogene oder karriererelevante Daten zu ermöglichen.
Getestet – und bewährt
Die Rückmeldungen aus der Pilotphase zeigen, dass der digitale Zugriff auf Qualifikationsnachweise den Arbeitsalltag spürbar erleichtert. Viele Mitarbeitende berichten, dass sie ihre Nachweise erstmals vollständig und gebündelt einsehen können. Auch organisatorische Abläufe im Hintergrund – etwa bei Dokumentation und Prüfung – laufen strukturierter und mit weniger Abstimmungs- und Vorbereitungsaufwand.
Bis Ende 2026 soll das System schrittweise in alle Pflegebereiche des UKB eingeführt werden. Perspektivisch ist vorgesehen, das digitale Kompetenzmanagement auch auf weitere Berufsgruppen auszuweiten. Die Erfahrungen aus der Implementierung in Bonn und Göttingen bilden dabei die Grundlage für eine Lösung, die zukünftig auch anderen Universitätskliniken als Referenz dienen kann.