Zwischen Besinnlichkeit und Hochbetrieb
Auch rund um die Feiertage leistet die Zentralküche einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung der Patient*innen. Damit an Weihnachten alles reibungslos funktioniert, braucht es vorausschauende Planung, eingespielte Abläufe und vor allem engagierte Menschen. Christopher Nawroth, Betriebsleiter der Zentralküche, und Sebastian Zanfrini, stellvertretender Betriebsleiter, geben im Gespräch einen Einblick in ihre Arbeit und berichten, wie sie und ihr Team die Weihnachtszeit zwischen Hochbetrieb und besonderen Momenten erleben.

UKBmittendrin: Was macht die Weihnachtszeit für Sie beide so besonders?
Christopher Nawroth: Je näher Heiligabend rückt, desto spürbarer wird, dass der Alltag etwas ruhiger wird. Einige Bereiche wie die Betriebskita schließen, und im Haus entsteht eine entspanntere, fast festliche Stimmung. Das gibt uns Raum für kleine, liebevolle Gesten im Team.
Sebastian Zanfrini: Gleichzeitig bleibt es eine arbeitsreiche Zeit: Jahresendaufgaben und Abstimmungen stehen noch an. Erst wenn die Feiertage wirklich beginnen, kehrt die ersehnte Ruhe ein – und mit ihr das besondere Weihnachtsgefühl.
UKBmittendrin: Gibt es in der Weihnachtszeit besondere Rituale oder Aktionen im Team?
Sebastian Zanfrini: Ja, die gibt es. Zum Beispiel ein kleines adventliches Beisammensein nach Dienstende oder Waffeln und selbstgebackenen Kuchen. Das sind Dinge, die das Team sehr schätzt und die ein bisschen Weihnachtsstimmung in den Arbeitsalltag bringen.
Christopher Nawroth: Eine feste Tradition sind außerdem die Präsentkörbe für die Stationen. Rund 240 Stück packt die Zentralküche jedes Jahr – gefüllt mit Gebäck, Nüssen, Smoothies und kleinen Aufmerksamkeiten. Die Hälfte verteilt die Pflege, die andere Hälfte bringen wir an Heiligabend selbst auf die Stationen. Das kostet viel Zeit, macht aber auch großen Spaß.
UKBmittendrin: Wie sieht es kulinarisch an den Feiertagen aus? Gibt es besondere Menüs für die Patient*innen?
Christopher Nawroth: Ja, natürlich. Zu Nikolaus gibt es kleine Schokoladengrüße, an den Weihnachtsfeiertagen servieren wir hochwertige Menüs – zum Beispiel Wildgulasch mit Rotkohl und Spätzle oder Lachs in Safransoße.
Sebastian Zanfrini: Uns ist dabei wichtig, dass wirklich alle etwas finden. Deshalb gibt es immer auch internationale Alternativen, vegetarische Gerichte und klassische Nudelvarianten. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen.
UKBmittendrin: Wie früh beginnen die Vorbereitungen für diese besonderen Tage?
Sebastian Zanfrini: Die Vorbereitungen starten tatsächlich sehr früh im Jahr. Viele Artikel für die Weihnachtszeit müssen bereits im Sommer bestellt werden, da Lieferanten kurz vor den Feiertagen oft keine ausreichenden Mengen mehr zusagen können.
Christopher Nawroth (schmunzelt): In diesem Zusammenhang zeigt sich, wie vorausschauend wir arbeiten müssen – vor wenigen Wochen haben wir bereits die Bestellungen für Ostern aufgegeben.
UKBmittendrin: Wie laufen die Feiertage selbst in der Küche ab? Gibt es besondere Abläufe?
Christopher Nawroth: Das Band läuft an den Feiertagen kürzer, die Portionierung geht schneller. Gleichzeitig übernehmen wir Aufgaben, die sonst extern laufen – zum Beispiel das Brötchenbacken, da die Bäckerei geschlossen ist.
Sebastian Zanfrini: Damit die Brötchen beim Ausliefern nicht warm werden und unter dem Deckel kondensieren, beginnt der Tag für einige Kolleg*innen schon um vier Uhr morgens. Dann läuft Musik, und wir arbeiten uns gemeinsam durch Berge von Teiglingen – das hat seinen ganz eigenen Charme.
UKBmittendrin: Gibt es besondere Aktionen für bestimmte Stationen?
Sebastian Zanfrini: Ein echtes Highlight ist jedes Jahr das Buffet für die Kinderstation 4 im ELKI. Abends gibt es dort Fingerfood wie Mini-Quiches, Obstspieße, Tomate-Mozzarella-Spießchen oder Würstchen im Schlafrock.
Christopher Nawroth: Das ist eine schöne Tradition des Förderkreises, die wir sehr gerne unterstützen.
UKBmittendrin: Wie organisieren Sie die Dienste an Weihnachten und Silvester?
Christopher Nawroth: Uns ist es sehr wichtig, die Feiertage für alle so fair wie möglich zu gestalten. Deshalb achten wir darauf, dass sich die Dienste von Jahr zu Jahr abwechseln und jede*r die Möglichkeit hat, auch Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.
Sebastian Zanfrini: Viele muslimische Kolleg*innen übernehmen freiwillig die Weihnachtsdienste und bekommen dafür an ihren eigenen Feiertagen frei. Das funktioniert ausgesprochen gut und ist ein schönes Beispiel für gegenseitige Rücksichtnahme im Team.
Christopher Nawroth: Die Atmosphäre ist sehr konzentriert, gleichzeitig aber ruhig und gelöst. Trotz der Arbeit liegt eine besondere Stimmung in der Luft – hier und da wird leise ein Weihnachtslied gesungen, und man spürt den Zusammenhalt im Team.
Sebastian Zanfrini: Wenn es zeitlich passt, gibt es auch eine kleine Tombola mit Geschenken unserer Lieferanten – von Kugelschreibern bis hin zu Keksdosen. Diese kleinen Aufmerksamkeiten sorgen immer wieder für ein Lächeln und ein schönes Gemeinschaftsgefühl.
UKBmittendrin: Bekommen Sie Rückmeldungen von Patient*innen zu den Weihnachtsmenüs?
Christopher Nawroth: Direkt eher selten. Manchmal gibt es kleine Nachrichten auf den Tablettkarten, häufiger bekommen wir Feedback über die Diätassistent*innen auf den Stationen.
Sebastian Zanfrini: Lob und Kritik nehmen wir gleichermaßen ernst. Uns ist eine gute Fehlerkultur wichtig – im Team, aber auch darüber hinaus.
UKBmittendrin: Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich persönlich für Ihr Team?
Christopher Nawroth: Dass alle nach einem intensiven und arbeitsreichen Jahr zur Ruhe kommen, neue Kraft schöpfen und die Feiertage bewusst genießen können.
Sebastian Zanfrini: Und vor allem Zeit für das, was wirklich zählt – ein friedliches, schönes Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familien und mit lieben Menschen.
UKBmittendrin: Abschließend möchten wir uns herzlich bei Christopher Nawroth und Sebastian Zanfrini für die wertvollen Einblicke bedanken. Ihre Erzählungen aus der Zentralküche des UKB lassen uns die besonderen Momente und Herausforderungen der Weihnachtszeit aus einer neuen Perspektive erleben. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft und Fürsorge das Küchenteam dafür sorgt, dass die Patient*innen auch während der Feiertage bestens versorgt sind. Ein großes Dankeschön an das gesamte Team für seinen unermüdlichen Einsatz und die Wärme, die es in dieser besonderen Zeit verbreitet.